4 Gründe, warum Tomaten nicht rot werden
Die Tomaten hängen bereits seit Tagen oder sogar Wochen an der Pflanze, bleiben aber hart und grün? Das muss nicht bedeuten, dass mit den Pflanzen etwas nicht stimmt. Temperatur, Reifezeit, Nährstoffversorgung und die Bedingungen am Standort können beeinflussen, wie schnell Tomaten ihre typische Farbe entwickeln.
Tomaten bleiben grün – wann ist das überhaupt ein Problem?
Nach erfolgreicher Bestäubung entwickeln sich aus den Blüten zunächst kleine grüne Früchte. Diese wachsen anschließend über mehrere Wochen, bevor die eigentliche Reifephase beginnt. Erst dann verändert sich abhängig von der Sorte die Farbe der Tomate.
Bei klassischen roten Tomatensorten wird während der Reifung das grüne Chlorophyll abgebaut. Gleichzeitig werden unter anderem Farbstoffe gebildet, die für die typische rote Färbung verantwortlich sind. Dieser Prozess geschieht jedoch nicht von heute auf morgen.
Wie schnell eine Tomate reift, hängt unter anderem von der Sorte, der Temperatur, dem Entwicklungsstand der Pflanze und den Wachstumsbedingungen ab. Deshalb sind grüne Tomaten an einer ansonsten gesunden Pflanze zunächst völlig normal.
Die 4 häufigsten Gründe auf einen Blick
Temperatur
Extreme Hitze oder Kälte kann die Reifung verlangsamen.
Zu wenig Zeit
Große Früchte benötigen häufig mehrere Wochen bis zur Reife.
Zu viel Dünger
Zu viel Stickstoff kann starkes Blattwachstum fördern.
Starkes Wachstum
Viele neue Triebe konkurrieren mit den vorhandenen Früchten.
Die Temperatur ist zu hoch oder zu niedrig
Tomaten lieben Wärme. Das bedeutet allerdings nicht, dass möglichst hohe Temperaturen automatisch zu einer schnelleren Reifung führen. Bei sehr hohen Temperaturen können wichtige Prozesse innerhalb der Frucht langsamer ablaufen.
Besonders während längerer Hitzeperioden kann deshalb der Eindruck entstehen, dass die Tomaten überhaupt nicht mehr weiterreifen. Die Früchte bleiben über längere Zeit grün oder beginnen nur sehr langsam ihre Farbe zu verändern.
Auch das andere Extrem kann die Reifung verzögern. Sinkt die Temperatur gegen Ende des Sommers deutlich ab und werden insbesondere die Nächte kalt, laufen viele Stoffwechselprozesse der Pflanze langsamer ab.
Die Tomaten brauchen einfach noch Zeit
Einer der einfachsten Gründe wird häufig übersehen: Die Früchte sind schlicht noch nicht reif. Zwischen der Blüte und einer vollständig reifen Tomate können je nach Sorte und Bedingungen mehrere Wochen liegen.
Kleine Cocktailtomaten erreichen ihre endgültige Größe und Reife häufig schneller als sehr große Fleischtomaten. Deshalb sollten verschiedene Sorten nicht miteinander verglichen werden.
Auch innerhalb derselben Pflanze reifen nicht alle Früchte gleichzeitig. Tomaten, die sich zuerst entwickelt haben, können bereits rot sein, während jüngere Früchte weiterhin grün bleiben.
Ist die Pflanze gesund, wächst normal und sind die Früchte fest und unbeschädigt, besteht häufig überhaupt kein Grund einzugreifen.
Zu viel Stickstoff fördert Blätter statt Früchte
Tomaten gehören zu den Pflanzen mit einem vergleichsweise hohen Nährstoffbedarf. Das bedeutet allerdings nicht, dass möglichst viel Dünger automatisch zu einer besseren Ernte führt.
Vor allem eine übermäßige Versorgung mit Stickstoff kann dazu führen, dass die Pflanze besonders kräftig wächst. Sie entwickelt dann viele große dunkelgrüne Blätter und immer neue Triebe.
Ein solches Wachstum kostet Energie. Deshalb sollte Tomatendünger bedarfsgerecht und entsprechend der jeweiligen Dosierung verwendet werden. Zusätzliche Düngergaben sind nicht automatisch die richtige Lösung, wenn Tomaten langsam reifen.
Wenn deine Pflanzen viele Blüten bilden, aber überhaupt keine Früchte ansetzen, findest du die möglichen Ursachen in unserem Beitrag 5 Gründe, warum Tomaten keine Früchte tragen .
Die Tomatenpflanze steckt viel Energie in neue Triebe
Besonders Stabtomaten wachsen während des Sommers kräftig weiter. In den Blattachseln entstehen sogenannte Geiztriebe, die sich wiederum zu großen Seitentrieben entwickeln können.
Wird eine Stabtomate sehr dicht, muss sie gleichzeitig zahlreiche Blätter, neue Triebe, Blüten und bereits vorhandene Früchte versorgen. Eine angepasste Pflege kann deshalb dazu beitragen, dass die Pflanze übersichtlich und gut belüftet bleibt.
Dabei sollte jedoch nicht wahllos möglichst viel Laub entfernt werden. Die Blätter erfüllen wichtige Aufgaben bei der Photosynthese und schützen die Früchte außerdem vor zu intensiver Sonneneinstrahlung.
Wie Geiztriebe erkannt und richtig entfernt werden, erklären wir in unserem Ratgeber Tomaten richtig ausgeizen .
Wie kann man die Reifung von Tomaten unterstützen?
Wenn der Sommer langsam zu Ende geht und noch zahlreiche grüne Tomaten an den Pflanzen hängen, kannst du zunächst die Bedingungen rund um die Pflanzen überprüfen. Radikale Maßnahmen sind normalerweise nicht nötig.
- Tomaten möglichst warm und hell stehen lassen.
- Auf eine gleichmäßige Wasserversorgung achten.
- Staunässe unbedingt vermeiden.
- Nicht unnötig zusätzlichen Stickstoffdünger geben.
- Kranke und vollständig abgestorbene Blätter entfernen.
- Bei Stabtomaten unnötige Geiztriebe regelmäßig kontrollieren.
- Früchte regelmäßig auf Schäden und Krankheiten prüfen.
Vor allem gegen Ende der Saison sollte die vorhandene Energie möglichst den bereits entwickelten Früchten zugutekommen. Gleichzeitig benötigt die Pflanze weiterhin ausreichend gesundes Laub.
Kann man grüne Tomaten nachreifen lassen?
Wenn im Herbst dauerhaft niedrige Temperaturen drohen und noch unreife Tomaten an den Pflanzen hängen, können ausreichend entwickelte Früchte geerntet und im Haus nachgereift werden.
Dafür sollten nur gesunde und unbeschädigte Früchte verwendet werden. Sie können beispielsweise an einem geeigneten Platz bei Zimmertemperatur gelagert und regelmäßig kontrolliert werden.
Tomaten gehören zu den Früchten, die nach der Ernte weiterreifen können. Dabei spielt das Pflanzenhormon Ethylen eine wichtige Rolle. Reife Äpfel oder Bananen geben ebenfalls Ethylen ab und können deshalb die Reifung in ihrer Umgebung beeinflussen.
Probleme beim Tomatenanbau frühzeitig erkennen
Bleiben Tomaten grün, ist das häufig nur eine Frage der Zeit. Zeigen sich gleichzeitig andere Auffälligkeiten an Blättern, Blüten oder Früchten, sollte die gesamte Pflanzenpflege überprüft werden.
Häufige Fragen zu grünen Tomaten
Wie lange dauert es, bis grüne Tomaten rot werden?
Das lässt sich nicht auf eine feste Anzahl von Tagen reduzieren. Sorte, Temperatur, Entwicklungsstadium und Standort beeinflussen die Reifezeit. Besonders große Tomatensorten benötigen häufig länger als kleine Cocktailtomaten.
Brauchen Tomaten direkte Sonne, um rot zu werden?
Licht ist für die Pflanze und ihre Entwicklung wichtig. Die eigentliche Färbung der Früchte hängt jedoch nicht einfach davon ab, dass möglichst viel direkte Sonne auf die Tomate scheint. Extreme Hitze kann die Reifung sogar verlangsamen.
Sollte man Blätter entfernen, damit Tomaten schneller rot werden?
Einzelne kranke, abgestorbene oder ungünstig stehende Blätter können entfernt werden. Die Pflanze sollte jedoch nicht stark entlaubt werden, denn gesunde Blätter werden für die Photosynthese benötigt und können Früchte vor intensiver Sonneneinstrahlung schützen.
Werden grüne Tomaten nach der Ernte noch rot?
Ausreichend entwickelte Tomaten können nach der Ernte nachreifen. Das ist besonders am Ende der Saison praktisch, wenn niedrige Temperaturen oder Frost drohen.
Warum werden meine Tomaten oben rot und unten bleiben sie grün?
Eine ungleichmäßige Färbung kann verschiedene Ursachen haben. Neben der Sorte können unter anderem hohe Temperaturen und ungünstige Wachstumsbedingungen eine Rolle spielen. Sind die Früchte ansonsten gesund, sollte zunächst ihre weitere Entwicklung beobachtet werden.
Fazit: Grüne Tomaten brauchen häufig einfach etwas Geduld
Wenn Tomaten nicht rot werden, ist das nicht automatisch ein Zeichen für eine kranke Pflanze. Häufig benötigen die Früchte lediglich mehr Zeit. Auch sehr hohe oder niedrige Temperaturen, eine übermäßige Stickstoffversorgung und starkes vegetatives Wachstum können die Entwicklung beeinflussen.
Vermeide deshalb hektische Änderungen bei der Pflege. Kontrolliere Standort, Temperatur, Bewässerung und Düngung und gib gesunden Früchten ausreichend Zeit zur Reife.
Geht die Gartensaison zu Ende, müssen gesunde grüne Tomaten ebenfalls nicht verloren sein. Viele ausreichend entwickelte Früchte können geerntet und anschließend im Haus nachgereift werden.
Noch mehr praktische Gartentipps
In unseren Ratgebern findest du weitere Tipps rund um Tomaten, Gemüseanbau und die richtige Pflege deines Gartens.

